Auf dieser Reise nach Andalusien sind wir beim Wandern dort, wo es garantiert keinen Massentourismus gibt: In zwei abgelegenen Naturparks. Der eine ist die grüne Sierra de Cazorla in der Provinz Jaen, die kaum jemand kennt. Der andere ist der Naturpark des Cabo de Gata am Mittelmeer südlich der Wüste von Tabernas in der Nähe von Almeria. Zwei Gegenden, die trotz ihrer überwältigenden Naturschönheiten zu Geheimtipps für Besucher Spaniens zählen. Zwischen dem Besuch der beiden Parks verbringen wir zwei Tage in Granada am Fuße der Sierra Nevada, und auf dem Hin- und Rückweg übernachten wir in Barcelona, Valencia und Nîmes.
Im Hinterland
Der Naturpark der Sierra de Cazorla ist das größte geschützte Gebiet Spaniens, nur dünn besiedelt und seit 1983 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen. Es handelt sich um ein Gebirge mit Höhen bis zu 2000 m im Nordwesten der Stadt Jaén mit üppigen Kiefernwäldern und einzigartigen endemischen Arten wie dem Cazorla-Veilchen, der Valverde-Eidechse und vielen weiteren. Hier entspringen zwei der zehn längsten Flüsse Spaniens, der Guadalquivir, der in den Atlantik mündet und der Segura, der ins Mittelmeer fließt. Im Park leben unter anderem Bergziegen, Hirsche und Wildschweine sowie Mufflons. Die Flora des Parks ist mit mehr als 2.200 katalogisierten Arten eine der reichsten Spaniens. Davon kommen mindestens 35 ausschließlich in diesem Gebiet vor. Unser Standort im Naturpark ist das Städtchen Cazorla, das zwischen Olivenhainen am Fuße der hoch aufragenden Berge des gleichnamigen Gebirgszugs kauert. Die Altstadt, in deren steilen Straßen und urigen Plätzen man den ganzen Charme der Adelshäuser, der traditionellen Wohnhäuser und anderer Sehenswürdigkeiten entdecken kann, steht unter Denkmalschutz.
Am Meer
Unser weiteres Ziel, der Naturpark Cabo de Gata, liegt am südöstlichen Ende der Provinz Almería. Der Küstenstreifen ist von Steilküsten, Buchten und Stränden geprägt. Dieser Naturpark wurde 1997 zum Biosphärenreservat erklärt. Die Gebirgskette Sierra de Cabo de Gata ist vulkanischen Ursprungs und ihr Relief durch Vulkankegel, Lavadämme, Vulkankrater, Felsvorsprünge und Kuppeln gekennzeichnet. Dieses besondere geologische Ensemble führt zu einem der landschaftlich wertvollsten Küstenstreifen am spanischen Mittelmeer.
Unser Standort im Naturpark ist die Siedlung San José an einer breiten Sandbucht, die aus einem Fischerdorf hervorgegangen ist. Die Beliebtheit des Dorfes aufgrund der schönen, geschützten Strände der Umgebung von San José steigt zwar vor allem in den Sommerferienmonaten rapide an, doch jetzt im November können wir den Ort und seine Umgebung in aller Ruhe genießen. Die nahegelegenen Buchten Cala Genoveses und Cala Higuera waren ein beliebter Ankerplatz für Piraten, um ihre Wasser- und Nahrungsvorräte aufzufrischen. Weitere Strände wie die Playa de Monsul zählen zu den schönsten in ganz Spanien, weshalb hier zahlreiche Filme gedreht werden, zum Beispiel Teile von Fluch der Karibik, eine Szene aus Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Überzeugt? Dann kommen Sie mit!
Schwierigkeitsgrad der Wanderungen
Die Wanderungen im Bergland von Cazorla sind nur etwas für Menschen, die über eine gute Kondition und Wandererfahrung verfügen. Steinige, jedoch nicht ausgesetzte Wege mit bis zu 1100 Höhenmetern und 23 Kilometern Länge sind zu bewältigen, wenn Sie auf den Wanderungen mitkommen möchten. Etwas einfacher, weil kürzer und mit weniger steilen Anstiegen versehen ist es im Bereich des Cabo de Gata in der Umgebung von San José. Aber auch dort sind es Wanderungen, keine Spaziergänge. Wenn Sie nicht wandern, sondern lediglich eine schöne Umgebung, das Städtchen Cazorla und Freiburgs Partnerstadt Granada kennenlernen möchten, können Sie gerne mitkommen auf diese Reise. Auch San José und seine Strände bieten ein schönes Umfeld für Nichtwanderer. Doch wer zum Wandern mitkommt, muss fit sein.
Maximal 24 Mitreisende.
Abfahrt ist morgens früh um 5:00 Uhr. Ganz ruhig, ohne Stress und mit Pausen zwischendurch rollen wir in den Süden. In Barcelona treffen wir gegen 19:30 Uhr ein. Gemeinsames Abendessen und Übernachtung ganz zentral in Barcelona in einem Vier-Sterne-Hotel. (1.070 km)
Ach, hätten wir doch mehr Zeit in Barcelona gehabt, sagen alle, wenn wir morgens Richtung Berge starten. Keine Sorge, wir haben andere Reisen im Programm, in denen wir in tatsächlich mehr Zeit in Barcelona verbringen. Auf dieser Reise jedoch wollen wir in erster Linien wandern, weshalb wir nun zügig Richtung Andalusien, nach Cazorla unterwegs sind. Bis Valencia sehen wir links immer wieder das Meer, ab Valencia wird es wilder, einsamer, ursprünglicher. Gegen Abend erreichen wir Cazorla, ein Städtchen im Bergland. Es liegt am Rande des gleichnamigen Naturparks in traumhaft schöner Lage zu Füßen hoch aufragender Felswände und bietet einen weiten Blick hinunter ins Land. (750 km)
Heute unternehmen wir zur Einstimmung eine Wanderung zum Mirador El Chorro. Hinter der Burg von Cazorla, stetig leicht ansteigend, wird die Aussicht immer großartiger, bis wir nach etwa zwei Stunden unser Ziel erreicht haben: El Chorro, einen Aussichtspunkt oberhalb einer Schlucht, in deren Felswänden sich eine Gruppe von Geiern zum Nisten niedergelassen hat. Ein unvergessliches Erlebnis, wenn die großen Greifvögel zum Landeanflug ansetzen und über unsere Köpfe hinweg zu ihren Nestern schweben. (Rund 14 Kilometer, 600 Höhenmeter)
Heute wird es »anstrengender«, denn unser Ziel ist der höchste Berg, den wir zu Fuß von Cazorla aus erreichen können, der 1847 m hohe Gilillo. Wir starten direkt am Hotel und gehen einfach nur bergauf. Nach vier bis fünf Stunden und 1.000 Höhenmetern haben wir den Gipfel erreicht und eine Wahnsinnsaussicht in alle Richtungen. Auch der weitere Weg zurück nach Cazorla ist einfach nur schön. Insgesamt 23 Kilometer und 1100 Höhenmeter, da braucht es eine gute Kondition und Durchhaltevermögen. Nichts für Leute, die alle 5 Minuten eine Pause brauchen.
Wer nach der gestrigen Tour weiterhin Lust auf Bewegung hat, kommt heute mit uns, wenn wir entlang des Tals des Rio Borosa wandern. Wieder eine wunderschöne Strecke! Lange Zeit geht es durch eine grandiose Schlucht und schließlich zu einem kleinen verwunschenen Stausee, in dessen eiskaltem Wasser wir uns erfrischen könnten. Der Weg entlang des Rio Borosa ist auf den ersten Kilometern leicht ansteigend und gut zu gehen. Ab einem Elektritzitätswerk wird es jedoch richtig herausfordernd mit steilen, steinigen Anstiegen – und auf gleichem Weg zurück. Wer nicht so weit gehen möchte, kann abkürzen und je nach Lust und Laune zurückgehen. Allen, die mitkommen, wird aber auch sonst eine Menge geboten, allein schon auf der Fahrt zum Ausgangspunkt: Wir passieren das Dorf La Iruela, kommen über einen Pass ins Innere des Naturparks und entlang des Rio Guadalquivir, der später zum See El Tranco gestaut wird. Alles in allem eine traumhafte Gebirgslandschaft. Wer sich aber lieber einen Ruhetag gönnen möchte, ist in unserem malerischen Städtchen bestens aufgehoben und braucht kein schlechtes Gewissen zu haben! (80 km)
So viele Olivenbäume auf einmal haben Sie garantiert noch nicht gesehen! Ein Viertel der Weltproduktion stammt von hier, aus der andalusischen Provinz Jaen, die wir heute Richtung Westen durchfahren. Deshalb besuchen wir auch eine Ölmühle und lassen uns die verschiedenen Techniken zur Gewinnung des »grünen Goldes« erklären. Selbstverständlich können Sie hier auch Ihren Jahresvorrat erstehen, der Kofferraum unseres umweltfreundlichen Reisemobils ist riesig. Ihre Einkäufe werden ohne Probleme bis Freiburg transportiert, Sie zahlen keine Aufschläge für Übergewicht, egal wie viele Flaschen, Kartons oder Kanister Sie mitnehmen wollen. Allerdings: Wenn Sie tatsächlich einige Tonnen mitnehmen wollten, müssten wir uns doch unterhalten… Am Nachmittag treffen wir in Granada ein. Ein kleiner Rundgang führt uns durch die Altstadt und hoch auf den Albaicín-Hügel, von wo sich die Alhambra im Abendlicht ihrem Namen entsprechend rötlich leuchtend von den weißen Hängen der Sierra Nevada abhebt. (190 km)
Für den Vormittag haben wir Eintrittskarten in die Alhambra und eine Führung durch einen lizenzierten Gästeführer organisiert (Zusatzkosten 45 € pro Person). Bitte geben Sie bei Ihrer Reiseanmeldung an, ob Sie daran teilnehmen möchten. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine kleinere, rund 10 km lange Wanderung durch das Sacromonte-Viertel und das Tal des Darro zu unternehmen, die schließlich auf eine weite Hochebene oberhalb der Alhambra führt. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.
Wir verlassen Granada und fahren in die Berge: Die Südhänge der Sierra Nevada, die schwer zugängliche Landschaft der Alpujarras waren das letzte Rückzugsgebiet der Mauren nach dem Fall der Stadt Granada. Deren Spuren finden wir in den ausgeklügelten Bewässerungssystemen, in der Architektur vieler Häuser sowie im Kunsthandwerk. Auf einer herausfordernden Strecke schrauben wir uns hoch in die Alpujarra Alta (UNESCO-Biosphärenreservat) an den südlichen Abhängen und Tälern der Sierra Nevada zu den Bergdörfern Pampaneira, Bubión und Capileira im Barranco del Poqueira. Am Nachmittag fahren wir an die Küste nach San José, wo wir vier Übernachtungen im Hotel am Meer haben. (260 km)
Das letzte unbebaute Stück spanischer Mittelmeerküste haben wir links und rechts unseres Standortes San José. Der Naturpark Cabo de Gata ist ein Paradies für Natur-, Wander- und Badefreunde. Deshalb unternehmen wir heute eine leichte Wanderung zur Playa de Monsul, wo wir uns ins kristallklare Meerwasser des Naturparks stürzen, der auch die Küsten einschließt. Auf dem Weg dorthin lernen wir die faszinierende Vegetation des wüstenartigen Gebietes kennen, das immer noch ein Geheimtipp ist. Kaum vorstellbar, dass es Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts war, dass wir zum ersten Mal hierherkamen …
Eine herrliche Wanderung bringt uns in die kleine Siedlung Isletta del Moro. Wir wandern oberhalb der Küste mit weiten Ausblicken, bei entsprechendem Wetter manchmal bis hinüber zur afrikanischen Küste. Dazwischen bietet sich die Möglichkeit zu baden an.
Bevor wir uns morgen auf die Rückreise machen, legen wir einen komplett freien Tag ein. Sonnenbaden, schwimmen, lesen, ins Café sitzen, spazieren gehen, was immer Ihnen beliebt!
Heute fahren wir durch den Süden Spaniens mit seinen trockenen Landschaften immer Richtung Osten und Norden. Wir erreichen Valencia am Nachmittag und haben noch Zeit, um durch die Innenstadt zu bummeln, den historischen Bahnhof anzusehen, den Rathausplatz mit seinen prächtigen Gebäuden und die mittelalterliche Altstadt im Bereich der Kathedrale. Unser Hotel liegt ganz zentral und in der Nähe des Rathauses. Abendessen im Restaurant und Übernachtung in Valencia. (420 km)
Weiter nach Norden fahren wir, gelegentlich entlang des Mittelmeeres, an Tarragona und Barcelona vorbei nach Südfrankreich. Dort übernachten wir in Nîmes und wohnen dort zentral und in der Nähe der römischen Arena. Bei einem Spaziergang lassen sich weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken, wie das sogenannte Maison Carrée, ein nahezu perfekt erhaltener römischer Tempel und die malerischen Gassen der Altstadt. Auch am letzten Abend dieser Reise gehen wir noch einmal zusammen gut essen. (735 km)
Das Ziel ist klar: Freiburg. Entlang des Rhonetals, an Lyon vorbei, später durch den Jura und die burgundische Pforte treffen wir gegen 18 Uhr in Freiburg ein. (690 km)